The News
Rückschritt in unserer Bildungspolitik PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Donnerstag, den 20. Oktober 2011 um 08:20 Uhr

VON SABINE HUMMER

STADT HAAG /  „Ich hab geglaubt, es ist eine ,g’mahte Wiesn‘, ist Direktor Karl Dorfmeister zutiefst enttäuscht.

Zu 100 Prozent hatte er sich darauf verlassen, dass die Elternschaft den Beitritt zur neuen Mittelschule goutieren

würde, die Lehrerwahl sei bereits zuvor mit Zweidrittelmehrheit positiv ausgefallen.

Doch die Abstimmung im Elternforum am 3. Oktober verlief ganz anders.

„Die Eltern der ersten und zweiten Klassen stehen zu hundert Prozent hinter dem Modell,

doch die Eltern der dritten und vierten Klassen konnten wir bedauerlicherweise nicht überzeugen“,

sagt Dorfmeister. Anstatt der geforderten 66 Prozent im Elternforum belief sich das ernüchternde Ergebnis

auf 63 Prozent, was knapp aber doch ein Nein zur neuen Mittelschule in Haag bedeutet.

„Wir waren bereits im nächsten Schuljahr im Modell vorgesehen. Jetzt wird unser Platz an andere Schulen

(siehe auch Seite 21) weitergegeben“, bedauert der Direktor. Laut Bezirksschulinspektor Josef Hörndler wurde

die Zweidrittelmehrheit allerdings auch bei den Lehrern knapp verfehlt.

Sturm: „Rückschritt in  unserer Bildungspolitik“


Auch Bürgermeister Josef Sturm ist über die schlechte Nachricht zutiefst enttäuscht:

„Es tut mir sehr leid, dass wir nicht dabei sind. Für die Hauptschule wäre es ein positiver Schritt gewesen.

Das Nein zur neuen Mittelschule sehe ich als Rückschritt in unserer Bildungspolitik.“

Unterkriegen will sich Direktor Dorfmeister von dieser Negativstimmung aber nicht lassen, im Gegenteil,

er will den Gang nach vorne antreten. „Die Eltern halten eine Änderung für nicht notwendig,

weil sie der Meinung sind, dass die Schule auch jetzt ein gutes Niveau hat, auf das die Kinder beim Weitergang

auf eine höhere Schule aufbauen können. Vielleicht hat das enttäuschende Ergebnis ja etwas Gutes.

Es zeigt, dass wir mit noch mehr Elan dahinter sein müssen“, meinte der Direktor.

Dorfmeister will gemeinsam mit dem Lehrerkollegium im verbleibenden Schuljahr mehr Aufklärungsarbeit leisten

, damit so ein Votum bei einem neuen Versuch im Schuljahr 2012/13 nicht noch einmal vorkommt.

„Wir sind bereits jetzt Modellschule und setzen große Teile des pädagogischen Programms

der neuen Mittelschule im Unterricht um. Die Schwerpunktsetzung - Musik und Informatik - würde gleich bleiben.

Es ändert sich lediglich das pädagogische Konzept, von dem alle Schüler nur profitieren können.“

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 10. Februar 2012 um 15:29 Uhr
 
Antrag - Änderung des NÖ Musikschulgesetzes PDF Drucken E-Mail

Antrag


der Abgeordneten Ing. Huber, Waldhäusl, Königsberger, Tauchner, Sulzberger und Hafenecker


zur Gruppe 3 des Voranschlages des Landes Niederösterreich für das Jahr 2012,

Ltg. 909/V-9/2011


betreffend: Änderung des NÖ Musikschulgesetzes


Die Lehrkräfte an den niederösterreichischen Musikschulen engagieren sich mit großer Professionalität und Idealismus für die musikalische Ausbildung der Jugendlichen. Aber auch in der Erwachsenenbildung sind die NÖ Musikschulen ein unverzichtbarer Bestandteil unseres kulturellen Lebens. Bei diversen Auftritten und Wettbewerben ist die hohe Qualität der Ausbildung zu hören und mit den zahlreichen Auszeichnungen bei Wettbewerben messbar. Durch die Einsatzbereitschaft der Musikschullehrerinnen und Lehrer wird in den Gemeinden ein wichtiger Beitrag zum kulturellen und gesellschaftlichen Leben in den Gemeinden geleistet.

Dem engagierten Pädagogen in den Musikschulen des Landes stehen aber Fehlentwicklungen im NÖ Musikschulgesetz gegenüber.

Fehlentwicklungen, die nicht nur die Qualität der Ausbildung und die Motivation der Lehrer gefährden, sondern auch zu Problemfällen führen die oft vor Gericht enden. Die vom NÖ Musikschulmanagement verordneten Vorgaben sind in der Praxis schwer oder gar nicht umsetzbar. Sie behindern pädagogische Grundsätze und grenzen den notwendigen Freiraum zur künstlerischen Entwicklung ein. Das Grundübel ist die fehlende klare gesetzliche Regelung. So gibt es im NÖ Musikschulwesen keine Schulaufsicht gemäß den Richtlinien des Privatschulgesetzes. Ein Misstand, der LH Pröll seit Jahren bekannt ist und Auslöser vieler Streitigkeiten in den Gemeinden zwischen Musikschulleitung und Bürgermeister ist. Ein Misstand, der auch immer wieder in den Berichten der Volksanwaltschaft aufgezeigt wird.

In der Praxis gibt es daher keine Fachaufsicht und für die Angelegenheiten der Musikschulen ist niemand zuständig. Es gibt keine zentrale Anlaufstelle für Musikschulen. Die Zuständigkeit wird auf die Gemeinden abgewälzt, welche aber in vielen Fällen mit der Thematik Musikschule überfordert sind und die Verantwortung wird seitens des Landes auf die Bürgermeister abgeschoben. Letztendlich ist niemand zuständig.




Die Volksanwaltschaft hat eine klare Regelung des Musikschulwesens vorgeschlagen – in anderen Bundesländern gibt es hervorragende Musikschulgesetze – dies sollte doch auch in Niederösterreich möglich sein.



Die Gefertigten stellen daher folgenden


Antrag:


Der Hohe Landtag wolle beschließen:

„Die NÖ Landesregierung wird aufgefordert, im Sinne der Antragsbegründung das NÖ Musikschulgesetz dahingehend zu ändern, dass eine entsprechende Schulaufsicht installiert wird und die Musikschulen dem Privatschulgesetz unterstellt werden.“


 
Kompostieranlage wird wieder geöffnet PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Dienstag, den 22. März 2011 um 10:59 Uhr
UNENDLICHE GESCHICHTE / Die Kompostieranlage wurde wieder geöffnet und nun soll auch noch eine Deponie errichtet werden.

VON GERHARD STUBAUER

STADT HAAG / 13 Jahre lang litten die Anrainer unter beißendem Gestank und mussten um ihr Grundwasser fürchten. Sie kämpften unermüdlich gegen den Betreiber der KlärschlammKompostieranlage, der sich um die Einhaltung von Vorschriften wenig kümmerte.

Behörde verordnete eine  sofortige Aufnahmesperre

Nach der Überprüfung der Anlage am 26. Jänner durften sich die Anrainer schließlich über einen Teilerfolg freuen: Die Behörde verordnete eine sofortige Klärschlamm-Aufnahmesperre, und bis 9. Februar musste die Heißrottefläche geräumt werden. Erst wenn die Anlage gemäß der Auflagen saniert sei und fehlende Unterlagen nachgereicht würden, dürfe die Anlage wieder in Betrieb genommen werden (die NÖN berichtete). Letzte Woche brachte der Betreiber (Firma Duscher) die fehlenden Unterlagen nach, bereits einen Tag später wurde seitens der Bezirkshauptmannschaft der Betrieb begutachtet: Nun ist die Anlage wieder in Betrieb.

„Die Anlage wurde an Ort und Stelle überprüft und der entsprechende Dichtwert wurde nachgewiesen“, sagt Mag. Astrid Aumayr, die seitens der Behörde zuständig ist. „Der Betrieb wird von uns in unregelmäßigen Abständen überprüft“, will Aumayr den Betreibern einen Riegel vorschieben, die Anlage erneut unsachgemäß zu betreiben.

Anrainer hoffen, dass nun  weiterhin kontrolliert wird

Die Anrainer bleiben trotz dieser Versicherung skeptisch. „Ich habe absolut kein Vertrauen mehr in den Betreiber der Anlage. Ich hoffe, dass die Behörde so weitermacht und den Betrieb vernünftig kontrolliert, damit wirklich alle Auflagen eingehalten werden. Unser Ziel, dass die Anlage gänzlich geschlossen wird, haben wir zwar nicht erreicht, wir werden aber auch in Zukunft jede rechtliche Möglichkeit ausschöpfen“, sagt Ing. Robert Reichetzeder, Sprecher der Anrainer. Jetzt geht es darum, noch mehr Gestank durch eine Vergrößerung der Anlage zu verhindern.

95.000 Kubikmeter große Deponie geplant

Eine nächste Gefahr in dieser leidvollen Geschichte droht nun auch von anderer Seite: Eine Firma hat ein Verfahren bezüglich der Errichtung einer Deponie auf dem Grundstück der Kompostieranlage eingereicht. „Es geht dabei um eine Bodenaushubdeponie in der Größe von rund 95.000 m3“, informiert DI Erwin Huter von der NÖ Umweltanwaltschaft. Laut Huter bedeutet eine Bodenaushubdeponie grundsätzlich keine Gefahr für das Grundwasser. Die Anrainer sind trotzdem skeptisch.

„Eine Stellungnahme der Umweltbehörde wird demnächst erfolgen“, sagt Huter.

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 16. Mai 2011 um 18:11 Uhr
 
KOMPOSTIERANLAGE-Lokalaugenschein hat Missstände aufgedeckt PDF Drucken E-Mail
Dienstag, den 25. Januar 2011 um 10:18 Uhr
Lokalaugenschein hat Missstände aufgedeckt
KOMPOSTIERANLAGE / Am Mittwoch nimmt die Bezirkshauptmannschaft den Betrieb im ehemaligen Ziegelwerk unter die Lupe.


VON SABINE HUMMER
STADT HAAG /  „Ein Wirrwarr, das undurchschaubar ist“, so bezeichnen die Anrainersprecher Ing. Robert Reichetzeder und Mag. Bernhard Riener die Einreichpläne der Firma Duscher Kompost GmbH, die eine Erweiterung der Anlage erwirken sollen. „Das Verfahren ist verfahren“, spricht sich Vizebürgermeister Rudolf Mitter für einen Neustart aus. „Sachverständigengutachten, die von falschen Daten ausgehen, und unkontrollierbare Mengen bei der Klärschlammabnahme“ sind für die Verfahrensgegner zusätzlich Grund genug, um eine Genehmigung der Betriebserweiterung in Frage zu stellen.

Die Anrainer der Kompostieranlage in Haag und die Vertreter der Stadtgemeinde haben im Rahmen der Verhandlung am Donnerstag (die NÖN berichteten im Vorfeld) erneut ihr Möglichstes versucht, um die Behörden auf die Missstände in der Causa Duscher Kompost aufmerksam zu machen.

Ein Lokalaugenschein am Firmengelände während der Verhandlungszeit führte auch den anwesenden Vertretern von Bezirkshauptmannschaft und UVS (unabhängiger Verwaltungssenat) vor Augen, dass die Auflagen für den Betrieb offensichtlich nicht erfüllt werden: Ein Dichtasphalt, der nicht dicht ist, Wasser in der Sumpfhalle, wo eigentlich keines sein darf, baustatische Mängel und ein wahrscheinlich undichter Brunnen sind nur einige Punkte in der Fehlerliste. „Dabei war die Anlage gewiss noch nie so sauber, die Betreiber haben vorher zusammengeräumt“, sagt Robert Reichetzeder. Die Bezirkshauptmannschaft hat deshalb unabhängig vom Verfahren am kommenden Mittwoch eine kommissionelle Betriebsprüfung angeordnet, die auch eine vorläufige Schließung des Betriebs nach sich ziehen kann.

Anrainer hoffen auf einen  Neuanfang mit den Behörden

„Nach der schwierigen Zeit der letzten Jahre, in der es zu wenige Kontrollen und vor allem nicht entsprechende Konsequenzen seitens der BH Amstetten gegeben hat, hoffen und erwarten wir jetzt, dass die Behörde im Sinne der betroffenen Haager Bürger und der Einhaltung der Betriebsauflagen handeln wird“, suchen die Anrainer einen Neuanfang mit den Behörden. „Zuerst müssen die Auflagen erfüllt werden, dann erst ist eine Erweiterung der Anlage denkbar“, fordert Reichetzeder.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 25. Januar 2011 um 10:20 Uhr
 
Anrainer müssen mit Rattenplage kämpfen PDF Drucken E-Mail

KOMPOSTIERANLAGE / Entscheidung über Erweiterung geht in nächste Instanz. Gesundheits- und Umweltgefahr befürchtet.

Vizebürgermeister Rudolf Mitter und Anrainersprecher Ing. Robert Reichetzeder wollen die Erweiterung der Kompostieranlage (im Hintergrund) verhindern.ZVG

VON SABINE HUMMER
STADT HAAG / Seit 1997 ist im ehemaligen Ziegelwerk eine Kompostieranlage angesiedelt. Fast ebenso lange kämpfen die Anrainer für die Schließung dieses Betriebes. Bisher ohne Erfolg, 380 Unterschriften gegen die Firma zeigten keine Wirkung. Im Gegenteil, der Erweiterung der Anlage wurde durch die Bezirkshauptmannschaft (BH) stattgegeben. Die Anrainer haben dagegen berufen, die gewerberechtliche Verhandlung geht am kommenden Donnerstag in die nächste Instanz. Der Unabhängige Verwaltungssenat (UVS) des Landes Niederösterreich wird darüber entscheiden, ob den Plagen und Ängsten der Bürger ein Ende gesetzt wird oder nicht.

Anrainer müssen mit  Rattenplage kämpfen

„So ein Betrieb hat in unmittelbarer Nähe zum Siedlungsgebiet nichts zu suchen“, beschwert sich Ing. Robert Reichetzeder, der Sprecher der Anrainer. Der Gestank sei unerträglich und führe bei einigen Nachbarn bereits zu gesundheitlichen Problemen. Die einzelnen Immobilien büßten zusehends an Wert ein. Zusätzlich haben die Bürger mit einer Rattenplage zu kämpfen. „Die fühlen sich bei all dem Kompost natürlich wohl und nisten sich in unseren Häusern ein“, erzählt Reichetzeder. Doch das sei nicht alles, die Angst um die Qualität von Boden und Grundwasser komme noch hinzu.

Bürger fordern sofortige  Schließung der Anlage

„Der Betreiber der Anlage verstößt ständig gegen die Auflagen. Die Abwässer werden oft einfach auf eine benachbarte Wiese gepumpt und sickern ins Grundwasser. Die genehmigten Kapazitäten werden nicht eingehalten und viel mehr Klärschlamm angeliefert als erlaubt“, zählt Reichetzeder die Beobachtungen der Anrainer auf, die auch bei der BH gemeldet wurden. „Nachdem wir im Sommer Beweisfotos an die Behörden geschickt haben, wurde eine kurze Übernahmesperre verhängt. Anschließend durfte man weitermachen wie bisher“, fordert Reichetzeder die Schließung der Anlage. „Wir befürchten, wenn die Erweiterung der Anlage genehmigt wird, dass noch mehr Belastungen auf uns zukommen. Denn seitens der Behörden wird die Anlage viel zu wenig überprüft.“

BH konnte einige  Verstöße abstellen

Das wird von Bezirkshauptmann Mag. Martina Gerersdorfer dementiert: „Wir haben einen Techniker eingeschaltet, der den Betrieb in engen Zeitabständen und unangekündigt kontrolliert. Wir haben dadurch einige Dinge abgestellt, die nicht den Auflagen entsprochen haben.“ Boden- und Grundwasserproben würden im rechtlichen Rahmen genommen oder dann, wenn große Verunreinigungen mit Gesundheitsrisiken bemerkt würden.

Vizebürgermeister Rudolf Mitter stellt sich auf die Seite der Anrainer. „Es kann nicht sein, dass die Interessen eines Einzelnen über die Lebensqualität hunderter Bürger, darunter viele Kinder, gestellt werden.“ Außerdem könne es zu Folgeerscheinungen kommen. „Wenn andere sehen, dass Verstöße kaum Konsequenzen haben, machen irgendwann alle, was sie wollen.“


Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 19. Januar 2011 um 19:01 Uhr
 
<< Start < Zurück 1 2 3 4 Weiter > Ende >>

Seite 1 von 4