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Vierkanter Pilotprojekt in Stadt Haag

Gemeinde Haag startet Vierkanter-Pilotprojekt

KULTURGUT / Vierkanthöfe sollen in Stadt Haag fotografiert und ihre Nutzung für künftige Generationen dokumentiert werden.




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Präsentierten das Pilotprojekt über die Vierkanthöfer vor dem Hof von Bürgermeister Josef Sturm, der selbst am Projekt teilnehmen wird: v.l.n.r. Stadträtin Anna Kastner, der Manager der LEADER-Region Moststraße, Christian Haberhauer, Landtagsabgeordnete und Obfrau der LEADER-Region Moststraße, Michaela Hinterholzer, Bürgermeister Josef Sturm und Professor Mag. Werner Dietl von der Universität Wien.HUMMER

VON SABINE HUMMER

STADT HAAG / Die Vierkanter-Vorträge von Professor Dr. Heimo Cerny erfreuen sich überall großer Beliebtheit. Darauf aufbauend startet die Stadtgemeinde Haag in Zusammenarbeit mit der Moststraße, der EU-Leader Region und der Universität Wien nun ein Pilotprojekt mit dem Titel „Vierkanthöfe - diese Häuser hat der Most gebaut“. „Stadt Haag verfügt über die meisten Vierkanter. Wir wollen die Besitzer einladen, mit uns ein einzigartiges Projekt aus der Taufe zu heben“, sagt Mag. Werner Dietl vom Institut Geografie und Regionalforschung der Uni Wien.

„Ziel ist es die 199 Haager Vierkanter zu fotografieren, historisch und in ihrer gegenwärtigen Nutzung zu erheben.“ Dabei werden im nächsten Frühjahr zur Zeit der Baumblüte auf vier Etappen jeweils 25 Studenten nach Haag kommen, um im Zuge einer Lehrveranstaltung die Vierkanthöfe zu besuchen und zu dokumentieren. „Dafür wird ein Fragebogen in Zusammenarbeit mit den Landwirten erstellt“, erklärt Dietl.
Als Endprodukt der Forschungsergebnisse ist geplant, ein Buch zu veröffentlichen, in dem alle Höfe mit Geschichten, Daten sowie alten und neuen Fotos präsentiert werden. Parallel soll eine Datenbank angelegt werden, in der die Vierkanter, deren Besitzer ihr Einverständnis erklärt haben, aufscheinen. Das Projekt wird von der EU Leader Region Tourismusverband Moststraße und der Uni Wien finanziert.

Vierkanter sind ein  wichtiges Kulturgut
„Wir hoffen, dass wir zwei Drittel der Höfe erreichen. Natürlich ist dies ein sehr sensibles Thema, wobei wir Vorbehalte und Ängste im Vorfeld ausräumen wollen“, sagt Stadträtin Anna Kastner. Deshalb wird im November eine Auftaktveranstaltung stattfinden, bei der alle Fragen der Vierkanter-Besitzer beantwortet werden.

„Diese Studie bedeutet gleichzeitig eine Chance für die Vierkanter. Denn dieses Thema erweckt immer mehr Interesse auch in Ländern, wo es keine Vierkanter gibt. Wir hoffen, dass auch andere Gemeinden auf den Zug aufspringen“, meint Moststraßen-Obfrau Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzer. Vor allem bedeute die Vierkanterdokumentation auch eine Wertsteigerung der Objekte. Immer mehr Investoren strecken ihre Fühler nach den einmaligen Gebäuden aus.

„Die Vierkanter sind ein wichtiges Kulturgut. Vielleicht gelingt es durch dieses Projekt, Vierkanthof-Besitzer dahin zu motivieren, ihre Höfe nicht dem Verfall preiszugeben“, hofft Mag. Werner Dietl.

Aktualisiert (Dienstag, den 12. Oktober 2010 um 20:30 Uhr)