Interview mit Sommertheater- Geschäftsführer

NÖN: Wie man weiß, sind Sie an vielen Haager Erfolgsprojekten wie dem Stadtmarketing, der Wohnhaus- und Betriebsansiedelung oder aber auch der Tierpark-Attraktivierung maßgeblich beteiligt. Wie kam es, dass Sie nun auch noch Manager des Haager Theatersommers wurden?
Schwaiger: Es war der Wunsch des Theatersommer-Beirates und der Intendanz. Die Differenzen zwischen der bisherigen Geschäftsführung und der Intendanz sind so weit eskaliert, dass man sich von einem Teil trennen musste. Mit Intendant Gregor Bloéb wurde bisher ein erfolgreicher Weg beschritten, den man nicht ohne Weiteres aufgeben will.
NÖN: Welchen Bezug haben Sie zum Haager Theatersommer?
Schwaiger: Im Theatersommer steckt mein Herzblut! Ich bin von Beginn an eng ins Geschehen involviert. Der Theatersommer entstand bekanntlich aus einem Kulturprojekt der Stadterneuerung. Gemeinsam mit einer Gruppe rund um Kurt Reitzinger, Elke Hinterholzer, Christian Mitterlehner, Christian Illich, Kurt Leeb und in weiterer Folge Serge Falck wurde aus der ursprünglichen Idee, ein Sommerkino am Haager Stadtplatz durchzuführen, der Theatersommer geboren. Die Aufbruchsstimmung war einfach fantastisch. Nachdem Kurt Reitzinger die Geschäftsführung abgegeben hatte, flachte diese Stimmung etwas ab. Ich fand, es wäre schade, wenn das Ganze nicht auf demselben Niveau weitergeführt wird. Schließlich ist der Theatersommer ein Herzstück von Haag geworden, davon profitieren auch Gastronomie und Tourismus. Deshalb habe ich auch diese Herausforderung angenommen.
NÖN: Wie bringen Sie alle Ihre Funktionen unter einen Hut?
Schwaiger: Gott sei Dank gibt es beim Haager Theatersommer gut funktionierende Strukturen, was Administration, Technik und Aufbau betrifft. Hier kann ich auf ein tolles Mitarbeiterteam zurückgreifen, das mich auch in Zukunft unterstützen wird.
Mit der Betriebswirtschaft- und Musikwissenschaftsstudentin Maria Reitzinger habe ich eine Assistentin gefunden, die mich unterstützt und vor allem die operative Arbeit im Theatersommer-Büro erledigen wird. Sie kennt den Betrieb in- und auswendig, weil sie schon seit Jahren mitarbeitet. Ich werde für Finanzen, Strategie, Verträge und Sponsoren verantwortlich sein. Ich plane, Maria Reitzinger aufzubauen und mich nach eineinhalb bis zwei Jahren von der Geschäftsführung zurückzuziehen.
NÖN: Wird es unter Gottfried Schwaiger Neuerungen geben? Wird der Weg mit Gregor Bloéb als Intendant weitergegangen?
Schwaiger: Bloébs Vertrag läuft bis 2011, er würde aber verlängern. Die Entscheidung hängt davon ab, wie die neue Produktion läuft. Eines ist klar, Gregor Bloéb war bisher ein Erfolgsgarant für den Theatersommer. Tief greifende Neuerungen wird es vorerst keine geben. Mein Ziel ist es aber, die Haager wieder mehr ins Boot zu holen. Ich will eine positive Stimmung schaffen, damit sich die Haager wieder mit dem Theatersommer identifizieren. Das hat mir in den letzten Jahren etwas gefehlt.
NÖN: Was sagen Sie zur Zwangspause für den Musicalsommer in Amstetten?
Schwaiger: Ich finde es sehr, sehr schade. Es war immer ein Top-Event. Leider haben in den letzten Jahren die Einnahmen nicht gestimmt. Es ist aber auch nicht leicht, den Standort Haag in dieser Form weiterzuführen. Wir sind immer angehalten, viele Sponsorengelder einzunehmen. Im Vorjahr haben wir aufgrund der Wirtschaftskrise das Soll nicht erreicht und trotz sehr guter Auslastung eine Negativbilanz aufgewiesen. Wenn der Theatersommer bleiben soll, sind wir auf Subventionen angewiesen. Gespräche mit dem Land wird es so bald wie möglich geben müssen.
NÖN: Können Sie etwas über den Theatersommer 2011 verraten?
Schwaiger: Das neue Stück wird Ende November präsentiert, gleichzeitig wird die Weihnachtsaussendung erfolgen. Wir hoffen, dass es im Voraus zu größeren Buchungen kommt. Die Perlenreihe wird es ebenfalls wieder geben. Gespräche mit ganz großen Künstlern sind derzeit im Gang.


