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Wie ist die aktuelle Lage?
Aktuell ist es den Musikschulen erlaubt bis zu 10% der vom Land geförderten Stunden (die sogenannte Erwachsenenquote) zur Ausbildung von Erwachsenen zu verwenden. Es ist geplant, die Landesförderung der Unterrichtsstunden von Erwachsenen ersatzlos zu streichen.
Beschluss des Musikschulbeirates>>
Warum sparen Land und Gemeinden dadurch nichts?
Die Stunden, die bisher von Erwachsenen konsumiert wurden, werden in Zukunft für Kinder und Jugendliche verwendet werden. Es entstehen dadurch keine Einsparungen für das Land.
Die Gemeinden hingegen verlieren Einnahmen, da Erwachsene mehr Schulgeld als Kinder und Jugendliche zahlen.
Warum zahlen Erwachsene nicht einfach mehr?
Abhängig vom Modell, das in den jeweiligen Musikschulen angewandt wird, würde der Ausfall der Erwachsenenquote eine Steigerung des Schulgeldes für Erwachsene um bis zu 100% bedeuten. Wir sind der Ansicht, dass unsere Ausbildung genauso viel Wert ist, wie die der Kinder und Jugendlichen, wenn wir aktiv zum öffentlichen kulturellen Leben beitragen.
Warum nicht Privatunterricht?
Die Musikschullehrer werden ihrer Lehrverpflichtung im bisherigen Ausmaß weiterhin nachkommen. Sie sind damit stundenmäßig voll ausgefüllt und haben keine Zeit für zusätzlichen Privatunterricht. (In manchen Gemeinden ist es sogar verboten, im Einzugsbereich der Musikschule privat zu unterrichten.) Hinzu kommt, dass natürlich nur in den Einrichtungen der Musikschulen vernünftig unterrichtet werden kann; diese stehen aber Privatschülern nicht offen.
Letztlich ist es nicht sinnvoll Schüler und Lehrer in den Graubereich des Privatunterrichts zu drängen, wenn es öffentliche Institutionen gibt, die für die musikalische Ausbildung geschaffen wurden.
Weniger Erwachsene in den Musikschulen – was sind die Konsequenzen?
Es ist klar, dass die musikalische Qualität des bestehenden kulturellen Lebens darunter leiden muss. Weiters können manche Instrumente entweder aus physischen Gründen erst spät erlernt werden (Orgel), oder sind erst ab einem gewissen Lebensalter attraktiv, wie die klassischen Instrumente der Volksmusik (Hackbrett, Zither). Zusätzlich schwindet die Chance, dass sich Erwachsene auf Mangelinstrumente (Tuba) umschulen lassen. Auch die musikalische Vielfalt steht also auf dem Spiel.
Welchen Einfluss hat das auf die Kinder?
Die Erfahrung zeigt deutlich, dass sich Kinder von aktiv musizierenden und sich fortbildenden Eltern besonders gut entwickeln. Wer sieht, dass seine Eltern regelmäßig üben und sich auf ihre Unterrichtsstunden vorbereiten, hat automatisch ein gutes Vorbild. Ein Elternhaus mit Musikkultur ist der beste Garant für ein hohes musikalisches Niveau der Kinder.
Welche Lösung können wir vorschlagen?
Im Moment können mit einer Quote von 10% noch alle aktiven Erwachsenen angemessen gefördert werden. Eine Reduktion dieser Quote ist kritisch, da jeder Erwachsene, der sich aktiv am musikalischen Leben beteiligt, wichtig ist. Wie soll man aber jemandem, der dazu bereit ist sich unentgeltlich in den Dienst der Sache zu stellen, erklären, dass die Prozentquote schon erschöpft ist und seine Stunde nicht mehr gefördert wird? Es muss garantiert sein, dass jeder einzelne Erwachsene, der sich am öffentlichen kulturellen Leben beteiligt, weiterhin gefördert wird.
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